Themis-Gebäude
Das Themis-Gebäude des Gerichtshofs der Europäischen Union ist nach Themis, der griechischen Göttin der Gerechtigkeit, benannt. Themis steht auch für Recht, Ausgewogenheit und die rechtsprechende Gewalt. Mit dem Emblem des Gerichtshofs wird seit 1952 an diese Figur der griechischen Mythologie angeknüpft. Das ursprünglich als „Annexe C“ bezeichnete Gebäude wurde 1994 eingeweiht. In ihm sind derzeit die Kabinette der Richter des Gerichts untergebracht. Außerdem befindet sich dort der Große Sitzungssaal des Gerichts.
Wer war Themis?
Themis ist in der griechischen Mythologie die Tochter von Uranos, des Gottes des Himmels, und von Gaia, der Göttin der Erde. Sie selbst ist die Göttin der Gerechtigkeit. Als Frau des Zeus sitzt sie zu dessen Rechten und berät und unterstützt ihren Mann bei der Wahrung von Recht und Ordnung. Themis wird als Allegorie der universellen Gerechtigkeit in der Regel mit den Attributen Waage und Schwert dargestellt. Mitunter trägt sie als Zeichen der Unparteilichkeit auch eine Augenbinde. Während die Waage die gesellschaftliche Ordnung, Ausgewogenheit und Harmonie verkörpert, steht das Schwert für das Urteil und die Macht des Gerichts. Mit dem Schwert, das eine Doppelklinge hat und somit beide Parteien treffen kann, wird das Urteil des Gerichts durchgesetzt. Themis ist damit auf der ganzen Welt zum Sinnbild der Justiz geworden.
Architektur und aktuelle Nutzung
Der Name „Themis“ erinnert an die Entscheidung, die die ersten Mitglieder des Gerichtshofs der Europäischen Union bei der Gestaltung des Siegels des Gerichtshofs trafen. Als sie 1952 die Waage und das Schwert der Themis in das Emblem des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl aufnahmen, konnten sie an ein gemeinsames kulturelles Erbe anknüpfen.
Das Themis-Gebäude wurde 1994 eingeweiht. Es war das dritte und letzte Gebäude, das im Zuge der ersten Erweiterung des Palais erstellt worden war. Anders als die beiden anderen Erweiterungsbauten blieb es zunächst ohne Namen und wurde, bis es 2022 den Namen „Themis“ erhielt, über 25 Jahre lang lediglich als „Annexe C“ bezeichnet.
Mit seiner kubischen Form bildet es den Abschluss der unterhalb des Palais errichteten Bauten. In der Südfassade befindet sich eine Rotunde, in der sich hinter dem Großen Sitzungssaal des Gerichts der Beratungssaal befindet. Die Fassade besteht wie beim Erasmus- und Thomas-More-Gebäude aus Granit und einer verglasten Aluminiumstruktur mit einem Säulengang aus rosafarbenem Granit.
Im Themis-Gebäude sind die Kabinette der Richter des Gerichts untergebracht. Außerdem befindet sich dort der Große Sitzungssaal des Gerichts.
