François Biltgen
Präsident der Ersten Kammer
Leben und Karriere
Geboren 1958 in Luxemburg (Großherzogtum Luxemburg) erwirbt François Biltgen 1981 eine Maîtrise en droit und 1982 ein Diplôme d’études approfondies (DEA) im Gemeinschaftsrecht an der Université de droit, d’économie et de sciences sociales Paris II Panthéon-Assas (Universität für Rechts‑, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Paris II Panthéon-Assas, Frankreich). Im gleichen Jahr erwirbt er einen Abschluss am Institut d’études politiques de Paris (Institut für Politische Studien, Paris, Frankreich).
1987 zur luxemburgischen Rechtsanwaltschaft zugelassen, ist er von 1987 bis 1999 als Rechtsanwalt tätig. Daneben übernimmt er politische Ämter, und zwar von 1983 bis 1994 als Sekretär der Fraktion der Christlich-Sozialen Volkspartei im luxemburgischen Parlament und von 1987 bis 1999 als Mitglied des Gemeinderats der Stadt Esch-sur-Alzette (Luxemburg), wo er von 1997 bis 1999 Schöffe ist. Von 1994 bis 1999 ist er aufgrund dieser Ämter auch stellvertretendes Mitglied der luxemburgischen Delegation beim Ausschuss der Regionen der Europäischen Union. Nach seiner Wahl zum Abgeordneten des luxemburgischen Parlaments 1994 für eine Amtszeit von fünf Jahren beteiligt er sich aktiv an den gesetzgeberischen Tätigkeiten, insbesondere als Berichterstatter für zahlreiche das Unionsrecht betreffende Gesetzentwürfe.
Nach den Parlamentswahlen von 1999 tritt er in die luxemburgische Regierung ein und leitet mehrere Ministerien: Von 1999 bis 2004 ist er nacheinander Minister für Arbeit und Beschäftigung, Minister für die Glaubensgemeinschaften, Minister für die Beziehungen zum Parlament und beigeordneter Minister für Kommunikation, von 2004 bis 2009 Minister für Arbeit und Beschäftigung, Minister für die Glaubensgemeinschaften und Minister für Kultur, Hochschulbildung und Forschung und von 2009 bis 2013 Justizminister, Minister für den Öffentlichen Dienst und die Verwaltungsreform, Minister für Hochschulbildung und Forschung, Minister für Kommunikation und Medien sowie Minister für die Glaubensgemeinschaften.
Die im Rahmen seiner Ministerämter wahrgenommenen Aufgaben spiegeln sich auch in den auf internationaler Ebene übernommenen Verantwortlichkeiten wider. So sitzt er 2005 verschiedenen Formationen des Rates der Europäischen Union vor. 2005 und 2009 ist er Mitvorsitzender der Ministerkonferenz für den Bologna-Prozess und von 2012 bis 2013 der Ministerkonferenz der Europäischen Weltraumagentur (ESA).
François Biltgen ist seit dem 7. Oktober 2013 Richter und seit dem 8. Oktober 2024 Kammerpräsident am Gerichtshof.
Mitgliedschaften bei Stiftungen, Organisationen und Einrichtungen auf juristischem, kulturellem, künstlerischem, sozialem oder karitativem Gebiet
Mitglied des Advisory Board des Jean-Monnet-Lehrstuhls „EU Values & DIGitalization for our CommunNITY (DIGNITY)“ des Management Center Innsbruck (Österreich)
Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Revue trimestrielle des droits de l'homme (Belgien)
Stellvertretendes Mitglied des Ethikausschusses des luxemburgischen Staatsrats (für die Zeit von Januar 2021 bis Dezember 2023)
Ehrentitel und Auszeichnungen
Großer Tiroler Adler-Orden (2012)
Großkreuz des Ordem do Infante Dom Henrique (2005)
Großoffizier des Großherzoglichen Ordens der Eichenkrone (2004)
Großoffizier des Militär- und Zivildienstordens Adolphs von Nassau (2004)
Kommandeur Großkreuz, Orden des Löwen von Finnland (2009)
Kommandeur des Verdienstordens der Republik Ungarn (2012)
Nassauischer Hausorden vom Goldenen Löwen (2012)
Offizier des Verdienstordens des Großherzogtums Luxemburg (1999)
