Bundesgerichtshof, Urteil vom 24. Februar 2026 - VI ZR 415/23

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Título de comunicado de imprensa / resumo Kein Unterlassungsanspruch des Königreichs Marokko gegen Die Zeit und Süddeutsche Zeitung
Número de comunicado de imprensa / resumo 036/2026
Texto integral de com. de imprensa 2026 036 - 231,26K (Documento PDF, que abre num novo tab)
Número ECLI ECLI:DE:BGH:2026:240226UVIZR415.23.0
Número ELI http://data.europa.eu/eli/reg/2007/864/oj
Língua original da decisão allemand
Data do documento 24/02/2026
Órgão jurisdicional autor Bundesgerichtshof (DE)
Matéria -
Matéria EUROVOC
  • DIREITO
Disposição de direito nacional

Bürgerliches Gesetzbuch: §§ 823 Abs. 1, Abs. 2, 1004 Abs. 1 Satz 2; Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche: Art. 42 Satz 1; Digitale-Dienste-Gesetz: § 3; Grundgesetz: Art . 1 Abs. 1 Satz 1, Art. 2 Abs. 1 Satz 1, Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 25 Satz 1, Art. 100 Abs. 2; Strafgesetzbuch: §§ 185, 186, 194 Abs. 3 Satz 2

Disposição de direito da União citada
Disposição de direito internacional -
Descritivo

Möglichkeit eines Ehrenschutzes eines ausländischen Staates wegen eines Beitrags in einem Nachrichtenportal - 1. Das Ansehen eines Staates ist auch unter Berücksichtigung des Grundsatzes der völkerrechtsfreundlichen Auslegung und des Rechtsanwendungsbefehls, den Art. 25 Satz 1 GG in Bezug auf allgemeine Regeln des Völkerrechts erteilt hat, nicht als sonstiges Recht im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB zu qualifizieren. 2. Es ist keine allgemeine Regel des Völkerrechts im Sinne des Art. 25 GG feststellbar, nach der ein Staat gegenüber Privatpersonen eines anderen Staates berechtigt wäre, die Unterlassung einer ansehensbeeinträchtigenden Äußerung zu verlangen, oder nach der die Staaten verpflichtet wären, zum Schutz der Reputation anderer Staaten umfassend - mithin auch außerhalb des hier nicht betroffenen Bereichs des Diplomaten- und Konsularrechts - auf die ihrer Hoheitsgewalt unterliegenden Privatpersonen einzuwirken. 3. Ein Staat hat weder eine "persönliche" Ehre noch ist er Träger des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Ein ausländischer Staat wird von den §§ 185 f. StGB nicht geschützt. Einem ausländischen Staat kommt auch nicht die Erstreckung des strafrechtlichen Ehrenschutzes auf Behörden oder sonstige Stellen, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnehmen, durch § 194 Abs. 3 Satz 2 StGB zugute.