Maßgeblichkeit des Zeitpunkts des Asylersuchens für die Beurteilung des Vorliegens eines Zweitantrags im Sinne des § 71a Abs. 1 Halbs. 1 AsylG - Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. Januar 2026 - 1 C 7.25

Full text 280126u1c7.25.0 - 280.01K (Doiciméad PDF, osclaítear i dtáb nua)
Title of press release/summary Zeitpunkt des Asylersuchens maßgeblich für die Einstufung als Zweitantrag
Press release No/summary Nr. 12/2026 vom 26. Februar 2026
Full text of press release pm 12 2026 - 327.12K (Doiciméad PDF, osclaítear i dtáb nua)
ECLI Number ECLI:DE:BVerwG:2026:280126U1C7.25.0
ELI Number -
Original language of the decision allemand
Date of the document 28/01/2026
Originating court Bundesverwaltungsgericht (DE)
Subject matter -
EUROVOC topic
  • right of asylum
  • international protection
Provision of national law

AsylG § 13 Abs. 1, § 26a Abs. 2, § 29 Abs. 1 Nr. 1 und 5, § 33 Abs. 5, § 71 Abs. 1, § 71a Abs. 1 Halbs. 1

Provision of EU law cited
Provision of international law

RL 2013/32/EU Art. 2 Buchst. b, e, q, Art. 3 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1 und 2, Art. 33 Abs. 2 Buchst. d, Art. 6 Abs. 1, 3 und 4, Art. 40 Abs. 1 und 7 VO (EU) Nr. 604/2013 Art. 18, 19

Description

Leitsätze: 1. Das Regelungskonzept des Zweitantrags (§ 71a AsylG) steht bei der gebotenen richtlinienkonformen Auslegung mit Unionsrecht im Einklang. 2. Ein Antrag "nach erfolglosem Abschluss eines Asylverfahrens" im Sinne des § 71a Abs. 1 AsylG setzt voraus, dass der zuvor gestellte Antrag auf internationalen Schutz im Zeitpunkt des weiteren Asylersuchens im Bundesgebiet (§ 13 Abs. 1 AsylG) durch eine bereits in Bestandskraft erwachsene behördliche Entscheidung des anderen Mitgliedstaats abgelehnt wurde oder, wenn der Antragsteller seinen Antrag auf internationalen Schutz stillschweigend zurückgezogen oder das Verfahren nicht weiter betrieben hat, dieses eingestellt worden ist und eine zu gewährende Frist für dessen Wiedereröffnung oder eine neuerliche Antragstellung abgelaufen ist (im Anschluss an BVerwG, Urteil vom 14. Dezember 2016 - 1 C 4.16 - BVerwGE 157, 18 Rn. 29 ff.).