Comenius-Gebäude
Das Comenius-Gebäude des Gerichtshofs der Europäischen Union ist nach Jan Amos Komenský benannt, einem Philosophen und Pädagogen, der sich für eine umfassende Allgemeinbildung und die Förderung des Erlernens von Fremdsprachen als Schlüssel zur Bildung einsetzte. Das Comenius-Gebäude kam im Rahmen der vierten Erweiterung des Palais hinzu. Es hat eine auffällige goldfarbene Fassade, die ihm ein ganz besonderes Gepräge verleiht. Im Comenius-Gebäude sind eine ganze Reihe von Dienststellen des Gerichtshofs untergebracht.
Wer war Comenius?
Der Philosoph und Pädagoge Jan Amos Komenský, bekannt unter dem Namen „Comenius“ (1592–1670), forderte als Erster eine umfassende Allgemeinbildung für alle. Er meinte, dass sozialer Aufstieg eine Sache von Bildung und nicht der Geburt sein solle. Er trat deshalb für Chancengleichheit und eine von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen, der Religion und dem Geschlecht unabhängige allgemeine Schulbildung ein. Er revolutionierte auch die Methoden des Fremdsprachenunterrichts. Er wollte insbesondere die lateinische Sprache, seinerzeit die Sprache der Gelehrten, möglichst vielen Menschen näherbringen. Er gilt deshalb als Begründer des modernen Bildungswesens. Seine Lehrbücher, die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden, waren in Europa über ein Jahrhundert lang die meistverbreiteten Schulbücher. Damit trug er zur Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse als Schlüssel zur Bildung bei.
Architektur und aktuelle Nutzung
Mit dem Namen „Comenius“ unterstreicht der Gerichtshof der Europäischen Union die Bedeutung der Vielsprachigkeit. Comenius reiste durch ganz Europa, um für einen offeneren Sprachunterricht für alle zu werben. Gleichzeitig werden aber auch all diejenigen gewürdigt, sich für den Schutz der sprachlichen Vielfalt Europas einsetzen.
Das Comenius-Gebäude ist Teil der vierten Erweiterung des Palais.
Die Fassade besteht aus einem Geflecht aus eloxiertem Aluminium, das als Sonnenschutz dient und das Gebäude goldfarben erscheinen lässt. Solche Geflechte finden sich auch in den anderen Gebäuden des Gerichtshofs. Damit wird die architektonische Einheit des Gebäudekomplexes unterstrichen. Das filigrane Metallgeflecht verleiht dem Comenius-Gebäude durch seine Rasterstruktur, seine glänzende Oberfläche und den 3D-Effekt ein ganz besonderes Gepräge.
Das Comenius-Gebäude hat 26 Stockwerke und ist 103 m hoch. Bei seiner Einweihung im Dezember 2008 war das Comenius-Gebäude zusammen mit seinem Zwillingsbruder, dem Montesquieu-Gebäude, das höchste Gebäude Luxemburgs. Es wird nun vom Rocca-Gebäude überragt.
Im Comenius-Gebäude sind viele Dienststellen der Verwaltung des Gerichtshofs untergebracht (z. B. wissenschaftlicher Dienst, IT, Personal, Gebäude und Sicherheit, Finanzen).
