Das Jahr 2026 im Zeichen von Innovation und Dialog mit den Bürgern
Das Jahr 2026 verspricht ein wichtiges Jahr für den Gerichtshof zu werden, geprägt von der Umsetzung von Projekten mit einem klaren Ziel: die europäische Justiz der Öffentlichkeit näher zu bringen, die Transparenz der Tätigkeit des Gerichtshofs zu stärken und den Zugang zu seiner Rechtsprechung sowohl für Bürger als auch für Angehörige der Rechtsberufe zu verbessern.
Diese Dynamik zeigt sich vor allem in der Einführung der neuen Website des Gerichtshofs, die darauf abzielt, den Zugang der verschiedenen interessierten Zielgruppen zu Informationen über den Gerichtshof zu modernisieren und zu erleichtern. Als Ergebnis einer vollständigen Neugestaltung, bei der die Nutzererfahrung im Mittelpunkt stand, bietet die Website Curia seit Januar 2026 eine übersichtlichere und intuitivere Navigation. Die Neugestaltung basiert auf einer vollständigen Umstrukturierung der Informationsarchitektur, einer Weiterentwicklung der Inhalte, die in klarer und verständlicher Sprache verfasst sind, sowie einem schlichteren und übersichtlicheren Grafikdesign.
Die neue Website verfügt über eine modernisierte Suchmaschine, die sowohl der breiten Öffentlichkeit als auch Angehörigen der Rechtsberufe eine schnellere und präzisere Abfrage aller Informationen und Ressourcen des Gerichtshofs ermöglicht. Eine erste Version bietet bereits eine Volltextsuche und die Suche nach Metadaten der Dokumente, ergänzt durch neue Funktionen. Eine erweiterte Benutzeroberfläche für Angehörige der Rechtsberufe wird in Kürze eingeführt und wird eine gezieltere Suche nach mehreren Kriterien ermöglichen.
Da sich die Nutzungsgewohnheiten insbesondere aufgrund der zunehmenden Bedeutung audiovisueller Medien weiterentwickeln, bietet die neue Website auch eine Innovation, die anlässlich der Neugestaltung der Website eingeführt wurde, nämlich die Plattform von Curia Web TV. Ergänzend zu den schriftlichen Informationen in den Pressemitteilungen strahlt Curia Web TV – sowohl auf der Website als auch in den sozialen Netzwerken – eine Reihe mehrsprachiger Programme aus, die darauf abzielen, die Kenntnisse der Öffentlichkeit über das Organ zu verbessern und die Transparenz seiner Arbeitsweise zu erhöhen.
Das Programm richtet sich nach dem Gerichtskalender: erläuternde Briefings zu den öffentlichen Sitzungen, Übertragungen der öffentlichen Sitzungen, Direktübertragungen der Urteilsverkündungen und der Verlesung der Schlussanträge sowie Kurzvideos von Mitgliedern beider Gerichte, in denen die verkündeten Entscheidungen erläutert werden.
Ergänzend zur Berichterstattung über aktuelle Rechtsfälle bietet Curia Web TV Sendungen in Form von Interviews und Präsentationen sowie eine Berichterstattung über die wichtigsten institutionellen Ereignisse und vermittelt so einen lebendigen, lehrreichen und konkreten Einblick in die tägliche Arbeit des Gerichtshofs.
Um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, werden regelmäßig drei Originalsendungen auf der Plattform ausgestrahlt. Die Sendung „Cour des citoyens“, eine für die breite Öffentlichkeit bestimmte Bildungssendung, erklärt die Zusammensetzung, die Zuständigkeiten und die Aufgabe des Gerichtshofs und veranschaulicht anhand konkreter Beispiele die Auswirkungen seiner Entscheidungen auf das tägliche Leben der Bürger. Das Programm „Bright“ richtet sich an die junge Generation und ist ein kurzes, unterhaltsames Format ohne Fachsprache, das Infografiken, Animationen und Fragen junger Besucher enthält. Es soll das Interesse für das europäische Projekt wecken und die Entscheidungen des Gerichtshofs aus der Perspektive alltäglicher Anliegen verständlich darstellen. Das Programm „Open Court“ richtet sich an ein fachkundigeres Publikum, lässt die Mitglieder des Organs zu Wort kommen und beleuchtet anhand gezielter Themen die Aufgabe des Gerichtshofs, seine Arbeitsweise, die Grundlagen des europäischen Rechts, die Rolle der Bürger, ihre Beziehungen zu den Institutionen, den Beruf des Richters und des Generalanwalts, die Wege, die zum Gerichtshof führen, sowie grundlegende rechtliche Themen.
Mit der Einführung neuer Technologien blickt der Gerichtshof zwar in die Zukunft, vergisst dabei jedoch nicht die grundlegenden Meilensteine, die die Entwicklung des Unionsrechts geprägt haben, allen voran die Charta der Grundrechte. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, die am 7. Dezember 2000 in Nizza proklamiert wurde, wird der Gerichtshof Anfang 2026 ein spezielles Richterforum organisieren, das sich mit den großen Fragen befasst, die die Entstehung der Charta, ihre Entwicklung, ihre Zukunftsperspektiven, ihre Verankerung in den Grundwerten der Union und ihre Rolle in den nationalen Rechtssystemen geprägt haben. Diese Diskussionen mit Richtern aus allen Mitgliedstaaten werden zu einer eingehenden Reflexion über die aktuelle Rolle der Charta und die sich abzeichnenden Herausforderungen im Bereich des wirksamen gerichtlichen Rechtsschutzes und der Achtung des Privatlebens in Europa führen.
Mit diesen Initiativen setzt der Gerichtshof seine Bemühungen um Erneuerung und Offenheit fort. Die Einführung der neuen Website, die Modernisierung seiner Suchmaschine und die Online-Schaltung von Curia Web TV zeugen von dem Willen, die Tätigkeit des Gerichtshofs zugänglicher und verständlicher zu machen, während die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Charta daran erinnert, dass diese Ausdruck der individuellen Rechte ist, die den Bürgern durch die Rechtsordnung der Union garantiert werden. All diese Maßnahmen zeugen von einem klaren Ziel: den Gerichtshof den Bürgern näher zu bringen, indem eine direkte und vertrauensvolle Beziehung zu ihnen aufgebaut wird, die auf dem wirksamen Schutz ihrer Rechte beruht.