Das Jahr 2025 auf einen Blick

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Januar

Feierliche Verpflichtung der Europäischen Kommission

In den feierlichen Sitzungen im Januar, Februar, März und Mai übernehmen die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und die Mitglieder der Kommission im Rahmen der Ernennung der neuen Europäischen Kommission die in den Verträgen vorgesehene feierliche Verpflichtung.

Februar

Feierliche Verpflichtung der Europäischen Bürgerbeauftragten

Frau Teresa Anjinho, die vom Europäischen Parlament zur Europäischen Bürgerbeauftragten gewählt wurde, übernimmt vor dem Gerichtshof ihre feierliche Verpflichtung.

März

Besuch der Dienststellen des Gerichtshofs beim EGMR

Eine Delegation des Gerichtshofs der Europäischen Union, bestehend aus dem Kanzler und Vertretern verschiedener Dienststellen des Gerichtshofs, reist zu einem offiziellen Besuch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach Straßburg. Die Delegation nimmt an mehreren Gesprächsrunden über gemeinsame Herausforderungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den beiden Gerichten teil.

März

Feierliche Gedenksitzung

Zum Gedenken an Herrn Uno Lõhmus, den ersten estnischen Richter am Gerichtshof (2004–2013), verstorben im August 2024, und Frau Ena Cremona, die erste maltesische Richterin am Gericht (2004–2012), verstorben im Mai 2024, findet eine feierliche Ehrung statt.

März

30 Jahre Beitritt Finnlands, Österreichs und Schwedens

Am Gerichtshof findet eine Feierstunde zum 30. Jahrestag des Beitritts Finnlands, Österreichs und Schwedens zur Europäischen Union statt. Die Feier wird vom Präsidenten des Gerichtshofs Koen Lenaerts eröffnet und umfasst Reden von Persönlichkeiten aus diesen Mitgliedstaaten, die von Mitgliedern des Gerichtshofs vorgestellt werden.

© European Law Moot Court

April

Finale des Wettbewerbs „European Law Moot Court“

Der 1988 erstmals ausgetragene Hochschulwettbewerb für Plädoyers wird 2025 von der Universität Freiburg (Schweiz) gewonnen.

April

Zusammenkunft des Europäischen Parlaments und des Gerichtshofs zu ihrem jährlichen Dialog

Das Europäische Parlament und der Gerichtshof halten in Luxemburg zum zweiten Mal ihren jährlichen Dialog über die Funktionsweise des Justizsystems der Union ab. Dieser Dialog wurde im Rahmen der Reform der Satzung des Gerichtshofs eingeführt, die die teilweise Übertragung der Zuständigkeit für Vorabentscheidungen vom Gerichtshof auf das Gericht in bestimmten besonderen Sachgebieten vorsieht.

Mai

Der Gerichtshof beim Europatag

Der Gerichtshof nimmt am europäischen Dorf teil, das anlässlich des Europatags von der Vertretung der Europäischen Kommission in Luxemburg in Zusammenarbeit mit dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Luxemburg organisiert wird. In diesem Jahr findet die Veranstaltung in Echternach statt, einer Stadt im Osten Luxemburgs.

Mai

Drei neue Kunstwerke als Leihgabe für den Gerichtshof

Im Mai werden die Werke der polnischen Künstlerin Magdalena Abakanowicz, „Figury z cyklu Mędrcy“ (Figuren aus der Serie „Die Weisen”), offiziell dem Gerichtshof übergeben. Sie werden vom Nationalmuseum Wrocław unter der Schirmherrschaft des Adam-Mickiewicz-Instituts als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Im Oktober wird das Gemälde „Silence“ der slowakischen Künstlerin Tamara Klimová von der Galerie der Stadt Bratislava offiziell dem Gerichtshof übergeben.

Ebenfalls im Oktober wird die Marmorskulptur „Büste des Lykurgos“ dem Gerichtshof vom Archäologischen Nationalmuseum Neapel (MANN) übergeben. Das Werk stellt den mythischen Gesetzgeber von Sparta dar.

Mai

Direktübertragung der Verkündung eines Urteils des Gerichts

Zum ersten Mal wird ein Urteil des Gerichts live übertragen. Dieser Ansatz ist Teil der Weiterentwicklung der Kommunikationsmittel und -kanäle des Organs und spiegelt dessen Bestreben wider, die europäische Justiz für die Bürger der Union zugänglicher zu machen.

Juni

Erstes Erklärvideo zu einem Urteil des Gerichtshofs

Das Organ führt ein neues Kommunikationsformat ein: ein kurzes Erklärvideo eines Mitglieds des Gerichtshofs zur Vorstellung eines Urteils. Auf diese Weise macht der Gerichtshof seine wichtigen Entscheidungen für die breite Öffentlichkeit und die Medien sichtbarer und zugänglicher.

Juni

Vereidigung neuer Mitglieder

In einer feierlichen Sitzung wird Herr Marko Bošnjak anlässlich seines Amtsantritts als Richter am Gerichtshof vereidigt. Frau Danutė Jočienė und Herr Jörgen Hettne werden als Richter am Gericht vereidigt.

Juli

„EU Legal Summer School“

Im Rahmen der Förderung Luxemburgs als Dienstort für Mitarbeiter der europäischen Institutionen koordiniert der Gerichtshof die erste „EU Legal Summer School“, an der mehr als 30 Studierende und junge Berufstätige aus 24 europäischen Ländern teilnehmen.

September

Dritte Auflage der Konferenz „EUnited in Diversity“

Das bulgarische Verfassungsgericht ist Gastgeber der dritten Auflage der Konferenz „EUnited in Diversity“, die in Zusammenarbeit mit dem Gerichtshof organisiert wird. In diesem Jahr befasst sich die Konferenz, an der die Verfassungsgerichte der Mitgliedstaaten teilnehmen, mit der Rolle der Verfassungsgerichtsbarkeit in der gemeinsamen Rechtsordnung der Europäischen Union.

September

Amtsantritt neuer Mitglieder des Gerichtshofs und des Gerichts und teilweise Neubesetzung des Gerichts

Am Gerichtshof findet eine feierliche Sitzung statt, um das Ausscheiden einiger Mitglieder und die Vereidigung neuer Mitglieder zu würdigen. Herr Alexander Kornezov wird Richter am Gerichtshof. Beim Gericht treten neue Richter ihr Amt an: Herr Francesco Bestagno, Frau Raffaella Pezzuto und Frau Tanja Pavelin.

September

Wiederwahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten des Gerichts

Nach der teilweisen Neubesetzung der Mitglieder des Gerichts der Europäischen Union wird Herr Marc van der Woude für den Zeitraum 2025–2028 als Präsident des Gerichts wiedergewählt. Herr Savvas Papasavvas wird für denselben Zeitraum als Vizepräsident ebenfalls wiedergewählt.

September

Besuch des Gerichtshofs beim belgischen Verfassungsgerichtshof

Eine Delegation des Gerichtshofs besucht den belgischen Verfassungsgerichtshof. Gegenstand der Gespräche sind die Rolle des Verfassungsgerichtshofs als europäisches Gericht, das Ausländerrecht, die Gleichstellung der Geschlechter und das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Privatleben im digitalen Umfeld.

September

Besuch des Gerichtshofs beim italienischen Verfassungsgerichtshof

Eine Delegation des Gerichtshofs besucht den italienischen Verfassungsgerichtshof. Gegenstand der Gespräche sind die Rolle des Verfassungsgerichtshofs als europäisches Gericht, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und Privatleben sowie Asyl und Migration.

Oktober

Finale des Young European Lawyers Contest

Der Gerichtshof ist Gastgeber des Finales des Young European Lawyers Contest, der von der Europäischen Rechtsakademie (ERA) organisiert wird. Teams aus ganz Europa wenden das Unionsrecht in den Bereichen Digitalrecht, Datenschutz, künstliche Intelligenz und grenzüberschreitende Justiz an. Sie plädieren vor einer Jury, die sich aus Richtern des Gerichts und Angehörigen der Rechtsberufe zusammensetzt.

Oktober

Tag der offenen Tür am Gerichtshof

Wie jedes Jahr öffnet der Gerichtshof seine Türen für die Öffentlichkeit, um Einblick in seine Arbeitsweise, seine Geschichte und seine Gebäude zu geben. Bei der Veranstaltung 2025 empfängt er fast 2 600 Besucher, die einen Blick hinter die Kulissen werfen, sich mit den Verfahren vertraut machen sowie die dort tätigen Personen kennenlernen und so mehr über die zentrale Rolle des Gerichtshofs für die Aufgaben der Europäischen Union erfahren.

November

Besuch des Gerichtshofs in Zypern

Eine Delegation des Gerichtshofs reist nach Zypern, um sich mit dem Obersten Verfassungsgericht und dem Obersten Gerichtshof über Gleichstellung, Datenschutz und Asylverfahren auszutauschen. Sie trifft auch Präsident Nikos Christodoulides, die Präsidentin der Abgeordnetenkammer Annita Demetriou, Justizminister Marios Hartsiotis und Generalstaatsanwalt George Savvides.

November

Besuch des Gerichtshofs beim spanischen Obersten Gerichtshof

Eine Delegation des Gerichtshofs besucht den spanischen Obersten Gerichtshof in Madrid, wo sie von dessen Präsidentin, Isabel Perelló Doménech, empfangen wird. Anlässlich des Besuchs finden mehrere Gespräche über das Unionsrecht, den Schutz der Grundrechte und die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Rechtsstaatlichkeit und der Unabhängigkeit der Justiz statt.

November

Besuch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte beim Gerichtshof

Eine Delegation des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte stattet dem Gerichtshof einen offiziellen Besuch ab. Dieser umfasst mehrere Gesprächsrunden zu gemeinsamen Themen wie Kindeswohl, Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter und Zugang zu Asylverfahren.

© Gabinete do Presidente, Supremo Tribunal de Justiça

November

Treffen des Justiziellen Netzwerks der Europäischen Union

Das siebte jährliche Treffen der Korrespondenten des Justiziellen Netzwerks der Europäischen Union findet in Lissabon statt und bringt Vertreter von 47 Mitgliedsgerichten zusammen. Es ist dem europäischen gerichtlichen Dialog gewidmet, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Vorlagepflicht der letztinstanzlichen nationalen Gerichte liegt.

Dezember

Richterforum

Der Gerichtshof empfängt etwa 150 Richter aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Das Forum bietet den nationalen Richtern die Gelegenheit, sich direkt mit Mitgliedern des Gerichtshofs über Themen von gemeinsamem Interesse auszutauschen, wodurch die enge Zusammenarbeit zwischen ihm und den nationalen Gerichten gestärkt wird.

Dezember

Tag der Sensibilisierung für Behinderungen

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung organisiert der Gerichtshof zwei Tage lang Veranstaltungen zur Sensibilisierung. Zahlreiche Aktivitäten laden dazu ein, durch Kunst, Kultur und Kommunikation die Werte zu entdecken, für die Menschen mit Behinderungen stehen: Kreativität, Überwindung von Hindernissen, Authentizität und die Fähigkeit, eine Quelle der Inspiration für alle zu sein.

Dezember

Finale des Themis-Wettbewerbs 2025

Der Gerichtshof ist Gastgeber des großen Finales des Wettbewerbs, der sich an angehende Juristen der EU im Vorbereitungsdienst richtet. Der Wettbewerb ist eine der Leitinitiativen des Europäischen Netzes für die Aus- und Fortbildung von Richtern und Staatsanwälten (EJTN). Acht Teams aus sechs Mitgliedstaaten präsentieren ihre Arbeit, und das rumänische Team gewinnt den Wettbewerb.

Dezember

Besuch des Rates der Europäischen Anwaltschaften

Eine Delegation des Rates der Europäischen Anwaltschaften (CCBE), der die Anwaltskammern von 46 Ländern vertritt und von seinem Präsidenten Thierry Wickers geleitet wird, stattet dem Gerichtshof einen offiziellen Besuch ab. In den Gesprächsrunden geht es um Gerichtsverfahren, die Unabhängigkeit von Rechtsanwälten und technologische Entwicklungen, darunter künstliche Intelligenz und die Übertragung von Verhandlungen.

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Das Unionsorgan im Jahr 2025

81
Richter aus
27
Mitgliedstaaten
Gerichtshof
27
Richter
11
Generalanwälte
Gericht
54
Richter
2 302
Beamte und sonstige Bedienstete
61 %
Frauen
39 %
Männer
Haushalt:
537
Mio. Euro
Mit Frauen besetzt sind:
54 %
der Verwaltungsratsstellen
50 %
der Stellen im (mittleren und höheren) Management
Beim Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Verwaltung nimmt der Gerichtshof im Vergleich der europäischen Organe einen Platz im oberen Mittelfeld ein.
Prozentsatz der über e‑Curia eingereichten Verfahrensschriftstücke:
92 %
Gerichtshof
97 %
Gericht
12 903
e‑Curia-Zugangskonten
e‑Curia ist eine IT Anwendung, die es den Vertretern der Parteien in den Verfahren vor dem Gerichtshof und dem Gericht sowie den nationalen Gerichten im Zusammenhang mit einem beim Gerichtshof oder Gericht eingereichten Vorabentscheidungsersuchen ermöglicht, Verfahrensschriftstücke auf ausschließlich elektronischem Weg mit den Kanzleien auszutauschen.

Das Gerichtsjahr (Gerichtshof und Gericht)

1 878
neue Rechtssachen
2 301
erledigte Rechtssachen
2 489
anhängige Rechtssachen
Durchschnittliche Verfahrensdauer:
18,2
Monate

Die Sprachendienste

Als vielsprachiges Rechtsprechungsorgan muss der Gerichtshof in der Lage sein, eine Rechtssache unabhängig von der Amtssprache, in der sie anhängig gemacht wurde, zu bearbeiten. Er gewährleistet sodann die Verbreitung seiner Rechtsprechung in allen Amtssprachen der Union.

24
Verfahrenssprachen
552
Sprachkombinationen
600
Rechts- und Sprachsachverständige für die Übersetzung von Schriftstücken
1 405 000
zu übersetzende Seiten
1 386 000
übersetzte Seiten
511
mündliche Verhandlungen und Sitzungen mit Simultanverdolmetschung
69
Dolmetscher für mündliche Verhandlungen und Sitzungen

Vielsprachigkeit beim Gerichtshof der Europäischen Union – Gewähr für den gleichen Zugang zur Justiz
Beim Gerichtshof werden die Übersetzungen aufgrund einer zwingenden Sprachenregelung erstellt, die vorsieht, dass alle 24 Amtssprachen der Europäischen Union verwendet werden können. Die zu übersetzenden Schriftstücke sind juristische Texte mit sehr fachspezifischem Charakter. Deshalb beschäftigt der Sprachendienst des Gerichtshofs nur Rechts- und Sprachsachverständige mit vollständiger juristischer Ausbildung und gründlichen Kenntnissen von mindestens zwei Amtssprachen neben ihrer Muttersprache.
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